Jahresrückblick 2021

Der Jahresbericht 2021

 

Angefangen hat das Jahr 2021 mit einem Dämpfer. Wir waren mitten im 2. Lockdown, der noch im Vorjahr Ende November entschieden wurde. Zu dieser Zeit hatten wir seit mehreren Wochen „Online-Training“. Über diverse Programme, mit denen man eine Video-Konferenz halten konnte, „traf“ man sich mittwochs und freitags in den Konferenzräumen. Anfangs haben wir das Online-Training nur für die älteren Athleten angeboten. Des Weiteren wurden für die älteren Athleten Trainingspläne geschrieben, die man sowohl allein als auch in einer kleinen Gruppe draußen absolvieren konnte. Im Februar 2021 gab es dann auch Online-Training für Kinder. Alles in allem war das Online-Training eine gute Übergangslösung, denn so konnte man sich immerhin durch eine Kamera gegenseitig sehen und hatte, trotz des Lockdowns, feste Zeiten in der Woche, an denen man, mehr oder weniger gemeinsam, trainieren konnte. Dennoch verspürte jeder sehnsüchtig das Bedürfnis nach richtigem Training. Es fehlte die Gemeinschaft, der Zusammenhalt, die Gruppendynamik und die Nähe zu anderen Athleten und Freunden.

Anfang Mai endete schließlich der 2. Lockdown. Viel zu lange hatte er gedauert und so war die Freude gewaltig, als die Stadt Westerstede bekannt gab, dass das Training nun wieder stattfinden könne. Zu Beginn durften wir erst nur draußen trainieren, doch das war alles andere als ein Problem. Endlich konnte man sich nach all der Zeit wiedersehen, gemeinsam die Bahn entlanglaufen und natürlich gemeinsam trainieren. Sowohl Athleten als auch die Trainer waren überglücklich!

Über die Lockdownzeit haben viele Athleten an Ausdauer und Kondition einbüßen müssen, was sich aber nicht als schlimm herausstellte. Schließlich fehlten dazu schlichtweg die regulären Trainingstage & das Trainingsprogramm. Also haben wir erst einmal damit begonnen, durch gezieltes Ausdauertraining und Übungen für Konditionssteigerung beides wieder zu trainieren. Außerdem startete nach dem Ende des Lockdowns direkt die Sommersaison, denn es war mittlerweile schon warm genug, um draußen zu trainieren. So traf man sich auch außerhalb der Trainingszeiten zu zweit oder dritt, je nachdem wie es die Coronaregeln erlaubten, und trainierte stundenlang auf der Tartanbahn oder dem Rasen.

Es dauerte nicht lange, da folgte auch endlich der erste Wettkampf. Im Jahr 2020 konnten wir Leichtathleten nur einen einzigen Wettkampf in Papenburg bestreiten. Am 21.07.2021 fand das 1. Abendsportfest im Marschweg-Stadion in Oldenburg statt, dort traten wir mit insgesamt drei Teilnehmern an. Die Folgen des Lockdowns waren hier deutlich sichtbar. Denn normalerweise war das Stadion an solchen Tagen ziemlich voll. Doch an diesem Tag hatte man das Gefühl, dass das Marschwegstadion sowohl von der Anzahl der Athleten als auch Zuschauer recht leer wirkte. Anfangs noch bewölkt, waren die Temperaturen dennoch angenehm warm und später zeigte sich auch noch die Sonne. Begonnen hatte der Wettkampf als erstes für Heiner Lüers in der Disziplin 100m Sprint. Für Heiner war es innerhalb von fünf Tagen schon der dritte Wettkampf in Folge. Bereits am vorausgegangenen Sonntag durfte er in Molbergen einige Erfolge feiern. Über 200m konnte er in 26.89 Sekunden und über die 100m Hürden Distanz in 16,55 Sekunden jeweils neue deutsche Jahresbestleistungen in seiner Altersklasse M60 erzielen. Insbesondere das Unterschreiten der „Schallmauer“ von 27 Sekunden im 200m Sprint stimmte den Westerstede-Athleten sehr zufrieden. In Oldenburg erzielte er beim 100m Sprint außerdem mit einer Zeit von 13,53 Sekunden den 1. Platz, ebenfalls für seine Altersklasse.

Für die Frauen startete Linda Theophiel in der Altersklasse W35. In der Disziplin 100m Sprint erreichte sie den 2. Platz mit einer Zeit von 14.05 Sekunden. Damit qualifizierte sie sich für die deutsche Meisterschaft. Außerdem starte Johanna Ritschel ebenfalls für den 100m Sprint. Sie erreichte in ihrer Altersklasse U16 mit einer Zeit von 15.01 Sekunden den 14. Platz.

Johanna Ritschel (rechts) beim 100m Sprint

 

Als letztes trat nochmal Heiner Lüers in den 200m Läufen an. Er erreichte mit einer Zeit von 27,35 als erster das Ziel und belegt damit den 1. Platz in seiner Altersklasse M60.

Am 01.09.2021 fand dann das 2. Abendsportfest statt, ebenfalls im Marschweg-Stadion. Die Anzahl der anderen Vereine, die ebenfalls am Wettkampf teilnahmen, war im Gegensatz zum 1. Abendsportfest deutlich höher. Die Tribüne war gut gefüllt und die Tartanbahn war mit so vielen Athleten belegt, dass wir uns nur auf einem kleinen Teil aufwärmen konnten. Dafür war das Wetter aber optimal und angenehm warm. Wir traten mit insgesamt acht Athleten an.

Den Anfang machte Jesper Niebisch. In der Disziplin 100m Sprint erreichte er mit einer Zeit von 14,35 Sekunden den 6. Platz in der Gesamtwertung. Beim Weitsprung belegt er mit einer Weite von 4,39m den 5. Platz.

Weiter ging es mit Marc Frömert und Dennis Frömert, die, wie schon öfter in der Vergangenheit, nahezu zeitgleich ins Ziel kamen. Beim 100m Sprint überquerte Marc nach 14,44 Sekunden die 100m Marke, sein Bruder Dennis war mit 14,50 Sekunden praktisch neben ihm. Marc Frömert belegt damit den 7. Platz und Dennis Frömert den 8. Platz. Im Weitsprung erreichte Dennis mit einer Weite von 4,42m den 4. Platz. Beim 800m Lauf überquerte Dennis in seinem Zeitlauf als zweiter mit einer Zeit von 2:48 Minuten die Ziellinie. Marc beendete denselben 800m Lauf mit einer Zeit von 2:51 Minuten als dritter. In der Gesamtwertung ist Dennis auf dem 4. Platz, Marc auf dem 5. Platz.

Dann folgte Jesco von Moorhausen, der seinen 100m Sprint gewann und damit mit einer Zeit von 14,04 Sekunden den 1. Platz in seiner Altersklasse M45 belegt. Später sicherte er sich zudem noch den 1. Platz in der Disziplin Hochsprung mit einer Höhe von 1,40m.

Auch Florian Neidhart war wieder mit am Start. Ganz locker gewann er seinen 100m Sprint und belegt mit einer Zeit von 12,43 Sekunden den 2. Platz in der Gesamtwertung. Im Weitsprung belegte er mit einer Weite von 4,75m den 3. Platz. Im 800m Lauf kam er, in seinem Zeitlauf, mit einer Zeit von 2:46 Minuten als erster ins Ziel. Damit belegt er in der Gesamtwertung seiner Altersklasse den 3. Platz.

Bei den Frauen machte Vivien Wiechmann den Anfang. Beim 100m Sprint erreichte sie den 6. Platz mit einer Zeit von 15,67 Sekunden. Athletin und Teamkollegin Linda Theophiel lief ebenfalls im Lauf von Vivien mit und konnte diesen für sich entscheiden. Mit einer Zeit von 13,79 Sekunden belegt sie damit den 1. Platz in ihrer Altersklasse W35. Ebenfalls lief Johanna Ritschel, die schon beim 1. Abendsportfest zusammen mit Linda für den 100m Sprint gemeldet war, erneut für die Altersklasse U16. Mit einer Zeit von 15,63 Sekunden belegt sie den 10. Platz in der Gesamtwertung.

Natürlich war auch Heiner Lüers wieder am Start. Während Weitsprung stattfand, startete er für die Disziplin 400m. Doch nach 170m musste er den Lauf aufgrund einer Verletzung leider abbrechen. Mittlerweile ist er wieder genesen und trainiert fleißig für die Saison 2022.

Unterstützt wurden die Athleten wie auch schon beim 1. Abendsportfest von den Trainern Helene Lüers und Japhet-Noah Mönninghoff, die mit den Leistungen ihrer Athleten sehr zufrieden waren. Allen hatte es sehr viel Spaß gemacht und zum Abschluss gab es noch ein Gruppenfoto.

Gruppenfoto vom 2. Abendsportfest in Oldenburg. (Von Links nach Rechts: Marc Frömert, Florian Neidhardt, Dennis Frömert, Japhet-Noah Mönninghoff, Johanna Ritschel, Jesper Niebisch, Vivien Wiechmann, Helene Lüers, Linda Theophiel, Jesco von Moorhausen)

 

Das Highlight für uns war aber sicherlich die Qualifikation von Linda Theophiel bei den deutschen Meisterschaften. Vom 10. Bis 12. September ging es für Linda dann ins hessische Baunatal. In ihrer Jugend wurde sie bereits zweifache Meisterin in der Disziplin 4x400m Staffel. Ursprünglich wollte auch Heiner Lüers an den Wettkämpfen in Baunatal teilnehmen, musste aber verletzungsbedingt leider aussetzen. In Baunatal bestritt Linda nach über 16 Jahren wieder ihre ersten Meisterschaften. Dementsprechend groß war die Anspannung, doch Linda erreichte über 100m mit einer Zeit von 13,70 Sekunden und über 200m mit einer Zeit von 27,91 Sekunden jeweils den 5. Platz. Die familiäre Gemeinschaft bei diesen Meisterschaften trug dazu seinen Teil bei. Unterstützt wurde Linda von ihren Mitstreitern des SV Friedrichsfehn vor Ort, da eine Begleitung der Trainer der TSG Westerstede nicht möglich war.

Linda Theophiel bei den deutschen Meisterschaften in Baunatal

 

Am 18.09.2021 folgte dann mit dem 19. Schülersportfest der erste Wettkampf für die Kinder- und Jugendaltersklassen im Marschweg-Stadion in Oldenburg. Leider wurde der Kinderleichtathletikwettkampf kurzfristig verschoben, so dass die TSG Westerstede mit nur vier Athleten teilnahm. Motiviert wurden sie dabei von selbst gebastelten Plakaten der begleitenden Familienmitglieder. Besonders hervorzuheben sind dabei die Leistungen von Benjamin Burgdorff, der in seiner Altersklasse M13 in der Disziplin 75m Sprint den 3. Platz belegt und im 800m Lauf mit einem großen Vorsprung den 1. Platz belegt. Sein Bruder Jonas Burgdorff erzielte in der Altersklasse M10 beim 50m Sprint und beim 800m Lauf jeweils einen Platz im mittleren Bereich. Linus Pistoor und Philipp Pistoor traten ebenfalls in der Altersklasse M10 an. Beide absolvierten den Wettkampf im 50m Sprint, Weitsprung, Ballwurf sowie 800m Lauf und können in Anbetracht des langen ausgebliebenen Trainings sehr stolz auf ihre Leistungen sein.

v.l.n.r. Helene Lüers, Philipp Pistoor, Anna Pistoor, Marie Pistoor, Linus Pistoor, Japhet Mönninghoff

 

Nachdem Heiner Lüers nicht an den deutschen Meisterschaften teilnehmen konnte, freute er sich umso mehr auf die Einladung zum EMA Festival in Ancona, Italien. An dem Wettstreit sind ausgewählte Athleten aus 11 Ländern mit mehr als 100 Athleten beteiligt. Ursprünglich war das Event vom 14. – 19. April 2020 geplant, musste aber aus bekannten Gründen verschoben werden.

Der von der EU geförderte Wettkampf soll zeigen, dass Sport verbindet und in jedem Alter Bestleistungen möglich ist. Dazu werden Athleten ausgewählt, die eine Vorbildrolle für die sogenannte „60 Plus-Generation“ bzw. die „SILVER oder BEST AGER“ einnehmen. Wir sind sehr stolz, dass Heiner Lüers Deutschland auf dieser Veranstaltung vertreten durfte.

Christian Stoll, Rudolf König, Hans Schmidt, Frauke Viebahn, Petra Herrmann, Klemens Grissmer, Brigitte Heidrich, Conny Wagener, Heiner Lüers (v.l.n.r. )

 

Der vorletzte Wettkampf für die TSG Westerstede war der Hansa Crosslauf in Stuhr, bei dem am 13.11.2021 Benjamin Burgdorff und Linda Theophiel für die TSG Westerstede starteten. In der Disziplin 1000m Lauf trat Benjamin in der Altersklasse U14 an. Direkt zu Beginn setzte er sich an die Spitze und konnte nach einem harten Zweikampf mit einem anderen Läufer durch einen Zielsprint am Ende mit einer Zeit von 4:10 Minuten den 1. Platz erreichen. In der Altersklasse W35 konnte sich Linda Theophiel im 4,0km Lauf beweisen. Mit einer Zeit von 18:02 Minuten überquerte sie als vierte Frau die Ziellinie, belegt aber in ihrer Altersklasse den 1. Platz. Trotz der sehr schwierigen Laufstrecke sind beide mit ihren Leistungen sehr zufrieden und hatten viel Spaß.

Linda Theophiel und Benjamin Burgdorff beim Hansa-Crosslauf in Stuhr

 

Als letztes nahm Benjamin Burgdorff und sein Bruder Mateo Burgdorff noch am Lingener Emsland Crosslauf teil. Benjamin belegt in der Disziplin 1800m Lauf mit einer Zeit von 6:48 Minuten den 2. Platz in seiner Altersklasse M13. Sein Bruder Mateo startete beim 1100m Lauf und belegt mit einer Zeit von 4:36 Minuten den 1. Platz in der Altersklasse M8.

Im Trainerteam hat sich auch einiges getan. Leider müssen wir seit diesem Jahr auf Florian Wieting als Trainer verzichten, seine Ideen und sein Engagement fehlen uns sehr! Ab Oktober leitete Japhet Mönninghoff das Training allein mit den Assistenten, da Helene Lüers sich in „Elternzeit“ befand.

Abschließend ist zu sagen, dass das Jahr 2021 etwas „Unbekanntes“ hatte. Denn gerade durch die Pandemie wusste man nicht, ob und vor allem wann man wieder Sport machen kann. Die Zeit, in der wir das Online-Training hatten, war hart. Nicht das Training an sich, sondern durch die fehlende Gesellschaft, Zusammenhalt und Nähe, welche nicht über eine Webcam erfüllt werden konnten. Sich schlichtweg „nur“ über das Internet zu sehen, aber nicht miteinander interagieren zu können war nicht leicht zu verkraften. Umso glücklicher sind die Trainer und natürlich auch die Athleten, dass es in diesem Jahr möglich war, einige Wettkämpfe zu bestreiten und trotz der langen Trainingspause hatten einige von uns durchaus auch großen Erfolg. Am wichtigsten für uns war aber, dass jeder Spaß hatte. Egal ob auf Wettkämpfen oder als das Vor-Ort-Training wieder stattfinden durfte. Wir alle freuen uns auf die Wettkämpfe im nächsten Jahr und hoffen, dass die weltweite Situation sich bessert, und stehen der Zukunft gemeinsam positiv entgegen.